Archive for August, 2008

Texte

Mittwoch, August 27th, 2008

Da wir beim letzten Treffen beschlossen haben, in Zukunft über Texte zu diskutieren, habe ich hier mal meine Textvorschläge zusammengefasst.

Der Text «Deutschland in der Mutterfalle» handelt von dem Ansehen berufstätiger Mütter in der Gesellschaft.

Der Text unten, «Politainment», klärt die Frage, ob der Aufgabe der Politik durch den Popularitätsgewinn, den Politik durch Unterhaltung bekommt, geschadet wird.

Der Text «Warum Software keine Eigentümer haben sollte» kritisiert das System des Copyright. Dieses schränke die Freiheit ein. Software, d.h. Computerprogrmme und Musik, zu kopieren, sei kein Diebstahl.

Der Text «Agrarpolitik» handelt von der finanziellen bedeutung der Gemeinsamen Agrarpolitik. Die Marktordnungen haben mit ihren Preisgarantien zu hohen Überschussproduktionen auf Kosten der Steuerzahlenden geführt. Qualitätsstandards werden somit notwendig.

Der Text «Einfluss der USA auf die Einigung Europas» beschreibt die Motivation zur Einigung Europas. Die Demokratie werde durch Wohlstand stabilisiert. Der Marshallplan, der wiederum den Wohlstand stabilisiere, habe den USA zur Eindämmung der SU gedient.

Außerdem würde es sich lohnen, über die Demokratietheorien zu diskutieren.

Politainment

Unterhaltende Politik und politische Unterhaltung haben aufgrund ihrer ästhetischen Attraktivität und emotionalen Intensität die Erreichbarkeit des Publikums und damit auch der potentiellen Wählerschaft erheblich gesteigert. Es stellt sich dabei allerdigns die Frage, ob dieser Popularitätsgewinn mit Kosten verbunden ist, die letztlich die Substanz des Politischen im Feuerwerk der Unterhaltungskultur auflösen.

1. Zunächst sollte nicht unterschätzt werden, dass Mediennutzung tatsächlich politische Partizipationsräume eröffnet. Damit ist zunächst gemeint, dass mediale Angebote in Gesprächen und Diskussionen in der Alltagswelt verarbeitet und zur Meinungsbildung genutzt wreden können. So werden z.B. auch in den über das Internet verknüpften Fan-Gemeinden von Unterhaltungsserien Diskussionen über die politischen Inhalte geführt. Weiterhin können Medienangebote zum Anlass und Aufhänger für politische Aktionen gemacht werden. Die amerikanische Hausfrau Terry Rakolta hat beispielsweise das negative Bild der Familie in der Serie Married with Children (dt. Eine schrecklich nette Familie) zum Anlass genommen eine groß angelegte Kampagne gegen die Serie zu führen und Werbekunden wie Coca Cola oder McDonald’s zum Rückzug ihrer Aufträge zu bewegen. Und die Ausstrahlung des Films The Day After wurde 1982 in den USA zum Kern einer landesweiten Aktion gegen Atomwaffen gemacht.

2. Vor allem populäre Sendungen vermögen, auch in Zeiten weitgehender Differenzierung und Pluralisierung im Mediensystem, große Publikumsgruppen zu erreichen. Sie bieten eine kommunikative Infrastrutkur, die zur Thematisierung von politischen Problemen genutzt werden kann. Unterhaltugnsöffentlichkeiten sind also in gewissem Maße dazu geeignet, den Fragmentierungstendenzen des öffentlichen Diskurses entgegenzusteuern.

5. Unterhaltungsöffentlichkeiten ermöglichen in diesem Sinne die Herausbildung von dem, was die neuere Kommunikationssoziologie als «öffentliche Meinung» mit wichtigen Orientierungsfunktionen für das Publikum beschreibt. In der öffentlichen Meinung kritstallisiert sich auch der Wertekonsnes einer Gesellschaft heraus. So zeigen die Beispeile, die oben für die neue Inszenierung des Politischen in deutschen Unterhaltungsfilmen herangezogen wurden, dass die Themen NS-Vergangenheit und Rechtsradikalismus/Neonazismus in der deutschen Unterhaltungsöffentlichkeit dominieren. Die Medienagebote spiegeln und verstärken hier zugleich einen Konsens, der die bundesrepublikanische Gesellschaft über Jahrzehnte hinweg stabil integriert hat: die deutliche Ablehnung aller Artikulationen von rechtsradikalen oder NS-orientierten Positionen.